2006 Gstaad
REISEBERICHT VOM GCM-WEEKEND IN GSTAAD-SIMMENTAL 15.–18. Juni 06
Teilnehmer:
Vom 15.-18. Juni 06; Ursina Huwiler (GCM), Denise Strebel (GCM Mungi), Pia Von Moos (GCM), Anita Wüthrich (GCM), Josy + Gery Dönni (PSC Caribaldi), Paul Burkart (GCM Zulu), Heiri Lori (Clublos), Sepp Huwyler (GCM), Fränzi + Manfi (Clublos), Thomi Seiler (GCM), Roli Renggli (PSC), René Fuchs (GCM Rio10).
Vom 15.-17. Juni 06; Bärti + Rolf Bucher (GCM).Vom 15.-16. Juni 06; Rahel + Kuki (PSC), Kari Krumenacher (GCM Charly), Sämi Roth (GCM 94).
Vom 17.-18. Juni 06; Guido Sager (GCM Sagi).
Donnerstag 15. Juni 06- Nach perfekter Organisation (viele E-Mails, Telefonate, etc.) durch unsere Flugleiterin Denise, trafen sich 10 GCM’ler und 8 PSC’ler (Parasail Club, Engelberg) am Morgen um 08.00 Uhr, im Chalet auf dem Brünigpass. Welch Freude, zusätzlich gesellte sich das Cämper-Päärli Sämi und Caroline (Kari), zu unserer Fliegerrunde. Auf Grund der guten Wetterprognose, machten wir uns sofort auf den Weg Richtung Gstaad, mit Treffpunkt an der Talstation der Wispilebahn.Denise holte vorher im Touristcenter die von Ihr vorbestellten Easyaxess-Karten (Alles Inklusiv für 4 Tage und alle Bergbahnen, Bus, Badi und Zug = CHF 38.00) ab. Anschliessend ging’s hoch zur Wispile, zum Startplatz auf 1'920 müM. Um den berüchtigten Windspiele -auf Grund dieser Tatsache heisst der Ort Wispile- am Startplatz auszuweichen, hiess es so rasch wie möglich zu starten. Die Flugbedingungen waren optimal. Kuki machte den Vorschlag, nach Hause, nach Engelberg zu Fliegen. König Hansruedi von der Flugschule hätte Ihm versprochen, Ihn wieder nach Gstaad zu fahren! Was wäre jedoch, wenn man auf der Strecke in Lenk, Adelboden, Frutigen, etc. abgesoffen wäre?Rio10 befand sich nach dem Start innerhalb kurzer Zeit bereits auf über 3'000 müM und machte sich auf die Gstaader-Runde durch die 3 Kantone Bern, Wallis und Waadt. Auf Grund der Super-Bedingungen musste niemand für den Start speziell motiviert werden. Bald waren alle in der Luft und jeder ging für sich auf seine perfekte Route.Nach ca. 3 Stunden trafen sich fast alle wieder am Landeplatz und freuten sich über die zurückgelegten Kilometer und die erreichten Basishöhen (> 3'600 müM). Ein Pilot war immer noch in der Luft und einer machte auf seinem Streckenflug eine Aussenlandung und kam müde mit dem Bus schlafend in die Unterkunft. Roli vom PSC war von seinem neuen Sigma 6 so angetan, dass er erst nach ca. 5 Stunden zur Landung ansetzte.Für die Piloten am Landeplatz ging’s anschliessend nach Gsteig, in den 250 Jahre alten Bären zum Zimmerbezug. Danach ging ein Teil der Flieger zum Bier in die Gartenbeiz und beobachtete wie der schlafende Päuli im Bus vorbeifuhr. Die Anderen gingen ins wunderschöne Freibad ausserhalb Gstaad schwimmen, rutschen und ebenso Flieger-Bier trinken.Auf Grund des schönen Wetters, wurden die Tische für das Nachtessen von der Chefin Blanca, auf der Terrasse im Freien gedeckt. Um 19.30 Uhr wurde der Aperitif serviert und anschliessend wurden wir mit einem Super-Nachtessen verwöhnt. Zu einem guten Essen dürfen natürlich der Wein und das Wasser nicht fehlen. Die einen tranken mehr rotes „Wasser“ und somit dauerte es nicht lange bis die „Fliegerplagirerei“ begann. Kuki machte eine nicht bewiesene Riesenrunde und „Zulu-Päuli“ konnte seinen genauen Landeort (ein spezielles Haus in Les Diablerets), nicht für Alle verständlich erklären. Auf drängen von Kuki holte Päuli sein GPS, sowie das Notebook, und installierte das ganze Equiment auf dem Tisch und wollte Kuki den Beweis von seinem Tycoon-Streckenflug dokumentieren. Au weia, wie peinlich für unseren PC-Freaks Päuli. Beim herunterladen des Fluges stellt Päuli fest, dass nur ca. 5 Sekunden von seinem Flug aufgezeichnet wurden. Der Spott und das Gelächter hatte sich Päuli von der gut gelaunten Runde gesichert. Die ganze PC-Installation war jedoch nicht umsonst. Es stellte sich heraus, dass Kuki erst seit kurzer Zeit, auch ein stolzer Besitzer von einem GPS ist. Päuli packte alle seine vielen Kabel aus und in kurzer Zeit war Kuki’s GPS am Notebook angeschlossen. Zu Kuki’s grosser Freude konnte er nun seinen „Superflug“ auf dem Display des Notebooks begutachten. Das Gelächter und die Spotter waren auf einmal verstummt und weitere Piloten liessen sich ihre GPS-Aufzeichnung von Päuli visualisieren. Päuli war so engagiert, dass er sogar seine geliebte „Huifkar-Cigarre“ nicht richtig geniessen konnte und sie mehrmals beflammen musste.Die Zeit verging wie im Flug, die ersten machten sich auf zur Nachtruhe und die Unverbesserlichen gingen zum Schlummerbecher an den Stammtisch in die „Bären-Beiz“.
Nachstehend die GPS-Aufzeichnung eines möglichen, lohnenswerten Fluges in Gstaad, welcher von Rio10 geflogen wurde.
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Freitag 16. Juni 06- In der Nacht, gegen den Morgen begann es leider zu regnen. Am Morgen beim Frühstück war es trocken, jedoch war der Wind böig und somit nicht GS-Flugtauglich. Roli meinte auf Grund seines Briefings müsste man zum Fliegen Richtung Westen gehen. Rahel und Kuki hatten sich nur für 2 Tage angemeldet und verabschiedeten sich auf Grund der Wetterverhältnisse somit bereits am Morgen. Unser Cämper-Päärli war von der Wetterprognose für die kommenden Tage ebenfalls nicht angetan und trat ebenfalls die Heimreise an. Die restlichen 16 Teilnehmer waren jedoch optimistisch und entschlossen sich in unserer schönen Herberge zu bleiben. Etwas kann man ja immer machen!Laut Wetterprognose hätte man am Morgen mit sonnigem Wetter und erst im Verlauf des Nachmittags mit Regen rechnen müssen. Auf Grund dieser Wetterlage, entschlossen wir uns, die Wispile mit einer Wanderung zu besuchen. Fränzi und Manfi meinten, Sie seien nicht geeignet zum Wandern. Thomi machte noch etwas für die intellektuelle Weiterbildung und wolle später auf das Bike. Somit machten sich 13 GS-Wanderer von Gsteig aus, auf die ca. 2-stündige Wanderung Richtung Chrine, über die Höhi Wispile zum Restaurant bei der Bergstation auf der Wispile. Unsere sparsamen Frauen Denise, Josy, Pia und Ursi wollten einmal unter sich sein, und verpflegten sich, auf dem Bänkli beim Startplatz aus dem eigenen Rucksack. Der Rest nahm die freundliche Bedienung für Speis und Trank, auf der Terrasse des Bergrestaurants in Anspruch. Mit Freude durften wir feststellen, dass die nicht „läufigen“ Fränzi und Manfi ebenfalls mit der Gondelbahn zu uns auf die Wispile gekommen sind.Das Wetter hielt sich weiter gut und so entschlossen sich die Badefreudigen auch Heute das Freibad zu besuchen. Statt mit dem Gleitschirm ins Tal zu fliegen, ging’s für die meisten mit der Gondelbahn ins Tal und mit dem Bus nach Gsteig zurück. Rio10 wählte die rassige Talfahrt mit dem Trotti zur Talstation. Um den Bus nicht zu verpassen, musste ich Mungi die Gondelbahn empfehlen, da Sie die Bremsen viel zu stark beansprucht hätte?Das Abendessen wurde uns auf Grund der Gewitter, an diesem Abend im sehr schönen Bärensaal serviert. Der Aperitif, guter Weisswein, wurde vom Parasail Club offeriert. Böse Zungen behaupteten, dass Geri (Caribaldi) diesen Aperitif eventuell vom Kassier nicht entschädigt erhalten wird, und er ihn aus dem eigenen Sack bezahlen muss. Auf jeden Fall bedankten sich alle mit einem herzlichen Applaus. Auch diesen Abend war das Essen Weltklasse und einige meinten es sei wie Ferien.Mit der Hoffnung auf gutes Fliegerwetter gingen die einen zu Bett und die anderen zum Schlummerbecher ins Bärenstübli. Mit einem kräftigen Prost und GCM-Schnupfgebet, wurde versucht den Wettergott für den morgigen Tag zu besänftigen.Samstag 17. Juni 06- Auch in dieser Nacht gab es Gewitter. Am Morgen war die Strasse noch nass. Der Himmel zeigte sich am Morgen bedeckt, hatte aber bereits einige blaue Störungen. Mit einigem Optimismus ging’s zum Frühstück, wo die Freaks bereits mit den neuesten Flug-Meteo’s aufwarteten. Welch Freude, während des Frühstücks traf der viel früher als wir aufgestandene bzw. der auf Samstag angemeldete „Sagi“ (Guido Sager) im Bären ein. Bärti und Rolf Bucher hatten auf den Abend eine andere Verpflichtung und auf Grund des für Sie nicht so optimistischen Wetter, beschlossen sie bereits am Morgen nach Hause zu reisen. Somit betrug die Teilnehmerzahl für die letzten 2 Tage, 14 Flieger und eine Wanderin (Josy).Auf Grund der Wetterbilder und Prognose durften wir für den Morgen und bis Anfang Nachmittag, mit trockenem bewölktem Wetter rechnen. Frühestens am späteren Nachmittag musste mit weiteren Regenschauern gerechnet werden. Also hiess es für die „Fluggeilen“ sofort packen und ab auf die Wispile. Päuli war das Wetter zum Fliegen zu wenig gut und er machte sich mit dem Bike, auf eine anspruchsvolle Tour Richtung Arnensee. Danach sollte es Richtung Col du Pillon, Col des Mosses, Saanen, Gstaad und zurück nach Gsteig gehen. Nachdem er jedoch sein Bike über den Übergang Richtung Col du Pillon zu stark verwöhnen musste (tragen über grosse Felsblöcke), entschloss er sich zur rasanten Abfahrt direkt vom Col du Pillon nach Gsteig zurück.Am Startplatz herrschte praktisch Nullwind. Von hinten drückte der Westwind und von vorne hatte es praktisch keinen Aufwind. Rückwärts-Starts waren nicht gefragt. Zügig wurde gestartet und die GCM-Flieger zeigten perfekte Vorwärts-Starttechnik. Beim ersten Mal gab es keinen langen Flug, aber es konnte geflogen werden. Als wir das zweite Mal oben am Startplatz waren, zeigte sich die Sonne und bereits konnte bei den Fliegern in der Luft steigen bzw. Thermik beobachtet werden. Unsere letzten Flieger die auf Aufwind gewartet hatten, befanden sich jetzt auch startklar am Startplatz. Da die Zeit bereits fortgeschritten war, begannen bereits die berüchtigten Windspiele auf der Wispile. Caribaldi, der auf Grund seiner verletzten Schulter nur Rückwärts starten kann, wartete auf Aufwind. Nach dem Showstart von „Sagi“ Richtung Baum, bekam Caribaldi von Josy Startverbot. Folgsam machte er sich auf den Fussmarsch Richtung Nord-Startplatz. Diesen erreichte er schwitzend und vor sich her „betend“ mit der Feststellung, dass ebenso kein Rückwärtsstart möglich war, da auch dort Abwind herrschte. Alle möglichen Flieger-Heiligen aufrufend, packte er enttäuscht seinen Gleitschirm zusammen, stieg zur Mittelstation ab, und kam mit der Gondelbahn zum Landeplatz.Diejenigen die in die Luft gingen, erreichten Starplatzüberhöhungen bzw. Basishöhen bis auf ca. 2'700 müM. Wurde die Basis jedoch erreicht, begann es zeitweise zu regnen. Auf Grund dieser unsicheren Wetterlage, waren die meisten Flieger nach ca. einer Stunde am Landeplatz, wo Caribaldi sein arg verschwitztes Leibchen im Talwind trocknen konnte.Der Einheimische Flieger Erwin meinte, dass heute bei Westwind eventuell noch ein Flug am Rellerligrat möglich sei. Diejenigen die noch nicht geflogen waren oder nur einen Flug im Kasten hatten, und natürlich der Fluggeile Roli mit dem neuen Sigma 6, liessen sich zu diesem Flug begeistern.Die anderen entschlossen sich den Gleitschirm ins Hotel nach Gsteig zu bringen und anschliessend wiederum zum Baden ins Saaner-Freibad zu gehen. Ursina ging mit dem Bus ins Lauenental und erkundete dieses Tal zu Fuss. Sepp wollte Gstaad erkunden und kam anschliessend zu Fuss ins Freibad. Unsere „geilen Flieger“ hatten am Rellerligrat Glück und machten mit Erwin einen Super-Verfolgungsstreckenflug, welchen wir vom Freibad aus verfolgen konnten. Ob alle den offiziellen Landeplatz überhaupt erreicht haben, ist bis dato nicht bewiesen. Auf jedenfall waren alle Fränzi dankbar, dass sie von Ihr mit dem Auto eingesammelt wurden.Nachdem die letzten Flieger am Boden waren, kamen auch diese zu uns in die Freibad-Gartenbeiz, zum Landebier. Die Relleri-Flieger schwärmten vom guten Kuchen in der Bergbeiz und Caribaldi war begeistert von den optimalen Startbedingungen für den Rückwärtsstart am Startplatz. Nach all diesen Schwärmereien und vielleicht auch der Plagirerei, war es wieder Zeit, nach Gsteig zum Nachtessen in den Bären zu gehen.Auch diesen Abend verwöhnte uns Petrus wiederum mit Gewitter und so wurde das Abendessen wiederum im schönen Bärensaal serviert. Nachdem der Parasail Club am Vortag den Aperitif offeriert hatte, meldete sich unsere Flugleiterin zu Wort, und offerierte der Tischrunde im Namen des Gleitschirmclub Matthorn drei Flaschen Rotwein zum Nachtessen. Auch diese grosszügige Geste wurde mit einem kräftigen Applaus bedankt. Somit hatten die ersten 3 Flaschen ihren Zahler gefunden. Wir GCM’ler hoffen natürlich, dass diese Flaschen auch von unserem abwesenden Kassier mit Freude bezahlt werden. Die Serviertochter machte uns im weiteren darauf aufmerksam, dass von der gleichen Weinsorte, dann nur noch 2 Flaschen im Keller seien. Flieger sollen durstig sein, und so wurden alle Flaschen dieser Hausweinmarke, an unserem Weekend von der Gruppe leergetrunken! Aber auch diese Anzahl reichte nicht. Der Rotwein-Liebhaber Manfi hatte noch Durst und er musste sich noch mit einer neuen Weinsorte anfreunden. Auch an diesem Abend war das Nachtessen sensationell. Wir dürfen festhalten, dass wir von der Bären-Küche supergut und sehr preiswert verpflegt wurden.Wie üblich gingen diejenigen die einen längeren Schlaf brauchen nach dem Nachtessen zu Bett, die anderen zum Schlummerbecher und Langersehnten Schnupf in die „Bären-Beiz“. In der fortgeschrittenen Schlummertischrunde stellte Caribaldi fest, dass Manfi der Clublose bis jetzt nur von den Runden des GCM und PSC profitiert habe. Es wäre doch nicht mehr als recht, wenn auch Er sich in Form einer Schlummerrunde erkenntlich zeigen würde. Da wir in der Mehrheit waren, widersprach Manfi nicht und offerierte die Runde, welche mit tosendem Applaus verdankt wurde. Da jedoch am letzten Tag gutes Flugwetter zu erwarten war, gingen diesmal auch die Höckeler zeitig zu Bett.Sonntag 18. Juni 06- Am Morgen war schönes Wetter und der Himmel zeigte sich Stahlblau. Die gemachten Meteo’s zeigten Süd-West Wind an und erst gegen den Abend muss mit Gewitter gerechnet werden. Die Thermikprognose war nicht euphorisch bzw. teilweise nicht ausgewertet. Die Voraussetzungen waren jedoch gegeben, einen Flug nach Hause zu wagen. Einzig jeder musste das Problem lösen, wer der Chauffeur macht und mit dem Auto nach Hause fährt. Ich war in der feudalen Lage, dass meine beiden Passagiere (Ursina und Denise) mir freien Flug gaben und ich auf die Strecke nach Hause gehen darf. Also frühstücken, bezahlen, packen und sofort hoch auf die Wispile.Die ersten waren bereits mit der Gondelbahn nach oben gefahren und machten sich startklar. Thomi ging als erster in die Luft und zeigte uns bereits Thermik an. Also gab’s keinen Grund länger zu warten. Bereit machen und ab in die Luft. Es zeigte sich bald, dass es nicht mehr so flott nach oben ging, wie am Donnerstag. Um über dem Wasserngrat anzukommen, sollte man für die Querung des Lauenental, auf mindestens 2'500 m aufdrehen. Diesmal war es aber nicht so einfach wie am Donnerstag. Fast alle Flieger tummelten sich an der Wispile auf der Höhe zwischen 2'200 bis 2'400 m. Endlich konnte ich auf über 2'500 m aufdrehen und flog ab zum Wasserngrat. Dort angekommen konnte ich wiederum aufdrehen und flog sofort weiter zum Giferspitz. Au weia, wieder keine Thermik, nur saufen. Also zurück zum Wasserngrat. Beim zurückfliegen sah ich auf guter Höhe Roli und Manfi, die mir gefolgt waren. Weiter unten flog Ursina und suchte im Lauenental Thermik. Sie fand leider keine. Die Höhe reichte nicht mehr, um zurück zum Landeplatz zu fliegen und Sie musste im Tal, oberhalb Lauenen eine Aussenlandung machen. Die perfekte Landung meldete ich Denise per Funk. Ursina wusste wo sich unser Autoschlüssel befand, und so beschloss auch Mungi, auf Strecke zu gehen. Mungi gelang es Lenk zu überqueren und an der Niesenkette an Adelboden vorbei bis Frutigen zu fliegen. Herzliche Gratulation. Mungi packte schnell zusammen und fuhr mit dem Zug bis Spiez, wo Sie von Ursina aufgeladen wurde. In Kandersteg soll es bereits geregnet haben.Ich sagte mir, nicht aufgeben und flog am Lauenehore vorbei zurück zum Wasserngrat. Dort wieder angekommen, begann mein Vario endlich wieder freudig hell zu piepsen. Der ganze „Heimflug“ fing ja gut an! Ich war bereits gut eine Stunde in der Luft, ohne positiv vorwärts zu kommen! Ich sage mir, jetzt oder lasse es sein. Jetzt drehte ich den Schlauch höher aus, so dass ich dieses Mal über dem Giferspitz ankam. Freude herrscht, dieses Mal gab’s auch Thermikanschluss. Über dem Wistätthorn zeigte mir eine Wolke gute Thermik an, so dass ich guten Mutes zur nächsten Talquerung startete. Dort angekommen, sah ich das erste Mal Lenk von oben, und konnte wie vermutet problemlos unter die Basis auf 3'270 m aufdrehen. Mein Blick zurück zeigte, dass nur noch Roli mit mir unterwegs war. Leider ist Er mir nicht mehr weiter gefolgt. Vermutlich konnte Er das Chauffeur-Problem nicht lösen.Voller Spannung startete ich nun zur ca. 8 km langen Talquerung Richtung Albristhorn. Am Anfang grosses Saufen, nachher mit halber Beschleunigung wunderbares gleiten. Mein Omega machte mir wieder einmal richtig Freude, so dass ich voller Optimismus den Grat Richtung Seewlehore ansteuerte. Wie erhofft, erwischte ich dort einen richtigen „Zuckerschlauch“, den Besten an diesem Tag. Von knapp 2'600 m konnte ich in einem Zug wieder auf über 3'200 m aufdrehen und steuerte das Albristhorn an. Jetzt erreichte ich das erste Mal, die schon so viele male in Streckenflüge beschriebene Niesenkette. Was jetzt folgte, gönne ich jedem Gleitschirm-Flieger, einfach immer nur vorwärts Gas geben. Nach dem Albristhorn begegneten mir die ersten Gleitschirme die vermutlich am Niesen gestartet waren. Rechts meiner Flugstrecke dem Engstligen-/Frutigtal folgend, sehe ich Häuser von Adelboden, weiter vorne Frutigen und Reichenbach mit dem Flugplatz. Links das Nieder-Simmental mit dem Stockhorn, wo wir am Donnerstag nach Gstaad Reingefahren sind. Einfach super, wenn nötig zwischendurch wieder eindrehen bzw. Höhe machen, weiter fliegen und bereits erblicke ich vorne den Niesen mit der Bergstation. So sollte es beim Streckenfliegen immer gehen!Am Niesen angekommen steht mir die nächste Knacknuss an, die Überquerung des Thunersees zum Niederhorn bzw. Beatenberg! Über dem Niesen sah ich nur 2 Piloten, die über dem Gipfel auf der NW-Seite aufdrehten. Diese zwei beobachtete ich mit der Hoffnung, dass sie mir den Weg über den Thunersee zeigen werden. Ich hatte Glück, sie starteten über mir zur ca. 10 km langen Seeüberquerung Richtung Beatenberg. Ich drehte noch auf knapp 3'000 m auf und als es nicht mehr weiter stieg, machte ich mich auf die Verfolgung dieser zwei Vorflieger. Um ohne Bedenken am Niederhorn oben anzukommen, war jedoch mein Ziel, auf ca. 3'400 m aufzudrehen. Als der eine UP-Flieger ca. 1/3 des Sees gequert hatte, drehte er nach rechts ab und flog wieder zurück. Der andere hatte ebenfalls einen Omega 6 wie ich und flog weiter. Da ich somit einen objektiven GS-Vergleich hatte, sorgte ich mich nicht und flog ohne Bedenken ebenfalls weiter. Au Schei…., nach ca. halber Seequerung drehte auch dieser nach links ab und flog zurück. Jetzt war ich auf mich allein gestellt und musste entscheiden; zurück oder durchziehen. Trotz schlechter Landebedingungen im unteren Bereich des Beatenberg, entschied ich mich weiterzufliegen. Wie erwartet kam ich auf ca. 1'400 müM, über der Mittelstation der Niederhorn-Gondelbahn an. Leider begann es jetzt von Westen her abzuschatten. Im Osten Richtung Brienzer Rothorn war der Himmel noch blau und das Wetter gut. Über den Wälder am Beatenberg fand ich nur noch zarte Thermik und so schlich ich mich Richtung Amisbüel. Mein Glücksgefühl war hin und her gerissen, weil es keine Thermik mehr hatte und aber auch erleichtert, dass ich den offiziellen Landeplatz „Lehn“, nun ohne Problem erreichen kann. Da ich jedoch ohne grosses sinken weiterfliegen konnte, entschloss ich mich an den Westhang des Harder’s zu fliegen und mit den Interlakener Biplace- & Mono-Piloten noch ein wenig herum zu hängen. Nach ca. 20 Minuten musste ich aber einsehen, dass das Wetter nicht besser wird, das Gewitterrisiko von Westen her immer grösser wird und somit nicht mehr an ein weiterfliegen zu denken ist. Mit einer kleinen Enttäuschung über das nicht erreichen des vorgesehenen Heimfluges nach Engelberg (GCM-Diamantflug), setzte ich nach einer Flugzeit von nicht ganz vier Stunden, zur Landung vor dem Hotel Viktoria in Interlacken an. Am Boden gut gelandet, überwogen jedoch die Freude und die Genugtuung, einen schönen Flug erlebt zu haben. Ebenso musste ich feststellen, dass sich der Himmel nun auch nach Osten immer mehr bedeckte. Es war also nur noch eine Frage der Zeit, bis sich ein Gewitter über Interlaken entladen wird.Meine Kehle und auch ein Auge freute sich jetzt auf das Landebier an der Hootersbar, die ja vielen GCM’ler noch aus früherer GCM-Zeit bestens bekannt ist.Nach der Landung konnte ich mich per Handy vergewissern, dass Alle gesund gelandet sind und sich auf dem Heimweg befinden. Denise hatte mit Ursina Kontakt und Sie sei bereits mit dem Auto unterwegs, uns in Spiez bzw. Interlaken abzuholen. Als die Beiden eintrafen, entlud sich über Interlaken ein kräftiges Gewitter mit böigem Wind. Unvorstellbar noch in der Luft zu sein. Lieber im geschützten Restaurant mit flotter Bedienung ein Bier trinken!Abschliessend möchte ich festhalten, dass der GCM bereits das dritte Mal in Gstaad war und die Teilnehmer jedes Mal schöne Flüge machen konnten. Wäre am Anfang des Fluges die Thermik an der Wispile nicht so „geizig“ gewesen und die Gewitterfront, wie nach Prognose später eingetroffen, so hätte der Heimflug ohne weiteres realisiert werden können. Um so mehr, da mir die Strecke von Interlaken nach Engelberg von anderen Flügen bekannt gewesen wäre. Also wo es schön ist, geht man auch ein viertes Mal hin. Wenn’s so sein sollte, müsste man dann aber sicher mit weniger Autos hinfahren, um die Möglichkeit zu haben, mit mehr Piloten fliegend auf die Heimreise zu gehen. Übrigens, warum sind wir Besitzer eines GCM-Busses, da haben doch gut 10-12 Piloten mit Gepäck platz?
Nachstehend die GPS-Aufzeichnung meines Fluges von Gstaad nach Interlaken.
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Schlusskommentar:- Streckenfliegen fördert bestimmt nicht die Geselligkeit! Dies musste ich mit aller Deutlichkeit am Sonntag erfahren. Die Tage vorher waren wir nach dem Fliegen immer gemeinsam zusammen und pflegten die Kameradschaft in der Badi oder im Bären. Jetzt sass ich nach der Landung in Interlaken und trank mein Bier allein, wartete auf Ursina und Denise, und konnte mit keinem über das Erlebte diskutieren! Ebenso konnte ich mich nicht persönlich von den KameradenInnen verabschieden - auch ohne einen Schnupf hinein zu ziehen- und für die geselligen, friedlichen Tage in Gstaad bedanken. Wenn auch das Wetter nicht immer das 100%-ige Super-Flugwetter war, konnten wir doch an 3 von 4 Tage fliegen und Langweile ist nie eingetreten. Auf diesem Weg möchte ich allen Teilnehmer für die 4 wunderbaren Tage einen grossen Dank aussprechen -Heiri meinte es sei wie Ferien- und freue mich bereits auf den nächsten gemeinsamen GCM-Ausflug. Einen speziellen grossen Dank entbieten wir, unserer Flugleiterin Denise für die Super-Organisation des GCM-WEEKEND IN GSTAAD. Mit der Unterkunft im Hotel Bären hat Sie wieder einmal Preislich, wie auch Qualitätsmässig, für uns den Haupttreffer erzielt.Der Reiseberichterstatter mit Fliegergruss Rio10 oder René Fuchs
